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Benediktinerstift Admont

Benediktinerstift Admont

Daten

  • Bauzeit: 1994 – 2002
  • Leistungsumfang: Generalplanung (inkl. Möblierung, örtlicher Bauaufsicht) gemeinsam mit der Bauabteilung des Stiftes Admont
  • Bauherren: Benediktinerstift Admont
  • Projektarchitekt: Christian Wöhrer
  • Fotos/Pläne: Ernst Krenn – Stift Admont; ©Wehdorn Architekten

Projekt: Benediktinerstift Admont

Das Stiftsmuseum Admont wurde 2006 mit dem Großen Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet.
Ein Stiegenhausturm als signethaftes Kunstwerk für das Stiftsmuseum Admont.

Das Benediktinerstift Admont wurde im Jahre 1074 durch Erzbischof Gebhard von Salzburg gegründet und ist mit seinen Besitzungen und Forsten heute eines der größten Klöster der Welt. Die berühmte Bibliothek, mit deren Bau 1742 nach Plänen des Steyrer Baumeisters Johann Gotthard Hayberg begonnen wurde, mit dem Kuppelfresko von Bartholomäus Altomonte und der plastischen Ausgestaltung von Joseph Stammel, hat dem Kloster weltweit den Ruf einer der bedeutendsten barocken Stiftsanlagen Österreichs eingetragen. Tatsächlich fielen aber große Bereiche der historischen Anlage 1865 einem verheerenden Brand zum Opfer, sodass heute wesentliche Teile der Anlage – nicht zuletzt die nach Plänen von Wilhelm Büchner neu entstandene Stiftskirche – baulich der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angehören.
Im Bewusstsein der Bedeutung des Gesamtkunstwerks „Stift Admont“ und in Hinblick auf den ständig steigenden Tourismus gab die Wirtschafsdirektion des Stiftes bereits 1992 die Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes an Wehdorn Architekten in Auftrag. Der daraus resultierende Masterplan sah eine weitgehende Reorganisation der Gesamtanlage vor und umfasste gleichermaßen die Bauwerke wie die Park- und Gartenanlagen. Zwei Jahre später nahm das Stift Admont die Realisierung des Gesamtkonzeptes systematisch in Angriff. Zuerst wurden die Außenanlagen, Gärten sowie ein neuer Parkplatz geschaffen, um das gesamte Areal verkehrsfrei zu halten. Es folgten die Sanierung des Stiftskellers mit dem Zubau eines Wintergartens, der Um- und Ausbau des Apothekentraktes und die Neugestaltung der Kirchenausstattung, im Besonderen der Benediktus-Kapelle, die nach Entwürfen des Tiroler Künstlers Elmar Kopp entstand.
Die Erneuerung des Stiftsmuseums Admont war Abschluss und Höhepunkt dieses groß angelegten Ausbauprojektes. Insgesamt besitzt das Museum rund 7.500 m² Nutzfläche und ist damit das größte Privatmuseum der Steiermark. Räumlich umfasst das Museum den gesamten dreigeschoßigen Südflügel des Stiftsgebäudes mit dem östlich anschließenden Trakt, der im ersten Stock das „Herz“ des Stiftes, die berühmte Bibliothek, beherbergt. Der neue Museumstrakt wird über den ehemaligen Haupteingang der Prälatur betreten, dem signethaft ein Glasportal vorgeblendet ist. In der Gewölbehalle des Erdgeschoßes, die in der Barockzeit als Pferdestallung diente, sind die zentralen Funktionen Foyer, Kasse, Garderobe und Museumsshop untergebracht. In Richtung Bibliothekstrakt finden sich im Erdgeschoß noch Räume für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst. Im ersten Stock sind – im geschlossenen räumlichen Zusammenhang mit der barocken Stiftsbibliothek – die Handschriftensammlung, die Stiftsdokumentation in Form einer audiovisuellen Präsentation und das Kunsthistorische Museum des Stiftes Admont mit der bedeutenden Paramentensammlung etabliert.
Im zweiten Obergeschoß wird in den sehr großzügig dimensionierten, mit moderner Lichttechnik ausgestatteten Räumen die Sammlung der Gegenwartskunst präsentiert. Das Naturhistorische Museum verblieb, wie bereits vor dem Umbau, im zweiten Stock und bildet mit der Originalausstattung der Zeit um 1900 gleichsam ein Museum im Museum. Durch den Einbau eines Liftes konnte erstmals die barrierefreie Erschließung aller Geschoße erzielt werden. Eine neue, außen liegende Treppe am Kopfende des Südtraktes ermöglicht eine geordnete Besucherstromführung und bietet einen beeindruckenden Blick über die Gärten von Stift Admont.
Die im Stift Admont bestehenden Archive wurden im Ostflügel des Stiftes unterhalb der barocken Stiftsbibliothek zusammengefasst, wobei auch eigene Studienplätze für die Benutzer geschaffen werden konnten.
Im Gesamtentwurf wie im Detail spiegelt sich die klare Gegenüberstellung von Alt und Neu, von Geschichte und Gegenwart wider. Die in Entwurf wie Ausführung sichtbare Material- und Handwerksqualität ist Zeugnis für die Weiterführung einer in der 900-jährigen Geschichte von Stift Admont begründeten hohen Baukultur.