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Schloss Schönbrunn

Schloss Schönbrunn

Daten

  • Bauzeit: Bauphase 1 (Osttrakt): Juni 1994 – April 1996
    Bauphase 2 (Westtrakt): Februar 1997 – Februar 1999
    Bauphase 3 (Gisela-Appartements): Oktober 1999 – Juni 2002
    Bauphase 4 (Außenanlagen, Freitreppe Süd): April 2002 – Dezember 2003
    Bauphase 5 (Kronprinzen-, Maria Theresia- bzw. Goess-Appartements):
    Mai 2005 – August 2008
    Bauphase 6 (Freitreppe Nord): April 2007 – September 2008
  • Leistungsumfang: Generalplanung inkl. örtlicher Bauaufsicht
  • Bauherren: Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (Direktoren: Wolfgang Kippes, Franz Sattlecker; seit September 2017: Klaus Panholzer)
  • Projektarchitekt: Alfons Krickl / Karl Kröpfl
  • Fotos/Pläne: Julius Silber, Alexander Eugen Koller, Fritz Simak - alle: © Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.

Projekt: Schloss Schönbrunn

Schloß Schönbrunn ist – um 1700 als Jagdschloss für den Thronfolger Joseph erbaut und als Sommerresidenz der Kaiserin Maria Theresia erweitert – mit rund 3,8 Millionen Eintritten in das Schloss und die Attraktionen im Gesamtareal die größte Tourismus-Destination Österreichs.

Schönbrunn zählt zu den großen Identifikationsbauten der österreichischen Geschichte und Kultur; seit 1996 befindet sich die Gesamtanlage auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.
Bauhistorisch geht die Gesamtanlage auf den um 1693 entstandenen berühmten Entwurf „Schönbrunn II“ von Johann Bernhard Fischer von Erlach zurück. In seiner heutigen Form ist das Schloss historisch gewachsen und vor allem von den Formensprachen des Spätbarock, des Rokoko, des Klassizismus sowie des Neorokoko geprägt. Die kulturelle Bedeutung der Anlage liegt nicht zuletzt in ihrer Funktion als repräsentative Residenz und Wohnstätte des habsburgischen Kaiserhauses von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Untergang der Monarchie im Jahre 1918.
Aufgrund der damals schlechten wirtschaftlichen Situation und dem augenscheinlich schlechten Erhaltungszustandes der Innenausstattung sowie sichtbarer Baumängel entschloss sich 1992 die Republik Österreich, den Betrieb einer hierfür gegründeten, privatrechtlich geführten Firma, der „SKB – Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.“, anzuvertrauen. Seither werden die erwirtschafteten Einnahmen vorrangig für die Erhaltung und Restaurierung der historischen Bausubstanz verwendet.
Wehdorn Architekten betreuen das Schloß Schönbrunn aus baulicher Sicht seit der Übernahme durch die SKB. Gemeinsam wurde in einer grundlegenden Machbarkeitsstudie auch das denkmalpflegerisch-gestalterische Konzept formuliert: Restauriert wird nach wissenschaftlich-denkmalpflegerischen Kriterien unter besonderer Bedachtnahme auf die Erhaltung der Originalsubstanz. Erneuerungen werden jedoch in zeitgemäßer Form und in einer gestalterischen Qualität, welche jener der historischen Bausubstanz entspricht, durchgeführt.
Während der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der SKB und Wehdorn Architekten konnte das gesamte Schloss im Inneren wie im Äußeren in mehreren Schritten seinem kunsthistorischen Stellenwert entsprechend restauriert und modernisiert werden. Die ersten Bauphasen umfassten hierbei die Neuordnung der Besucherstromführung inklusive aller infrastrukturellen Einrichtungen sowie die Schaffung einer möglichst stabilen Klimazone, für welche die Überdachung der vier Innenhöfe notwendig war.
Höhepunkte bei der Restaurierung der Innenräume waren die Arbeiten im Gisela-Appartement im Erdgeschoss des Westtraktes und im Kronprinzen- bzw. im Sommerappartement Maria Theresias (ehemals auch als Goess-Appartement bezeichnet) im Osttrakt des Schlosses, deren Räume zum Teil mit Weißgold gefasstem Stuck, zum Teil mit den berühmten Illusionsmalereien von Johann Wenzel Bergl aus den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts ausgestattet sind. Besonders schwierig gestaltete sich hierbei die Einbringung der technischen Infrastruktur, für welche Wehdorn Architekten frei stehende Technik-Stelen entwickelten.
Hervorzuheben ist das wissenschaftliche Ergebnis der langjährigen Sanierungsarbeiten und Restaurierungen, während deren es immer wieder zu spektakulären Funden und Freilegungen kam, die wesentlich zur Klärung der Baugeschichte von Schloß Schönbrunn beitragen konnten.