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Schloss Trautmannsdorf

Schloss Trautmannsdorf

Daten

  • Planungszeit: seit August 2012
  • Leistungsumfang: Machbarkeitsstudie „Hotelprojekt Schloss Trautmannsdorf“, Abänderung Flächenwidmungs- und Bebauungsplan, Planungsleistungen bis Baueinreichung
  • Bauherren: Sans Souci group (Direktion Norbert Winkelmayer)
  • Projektarchitekt: Mario Watz
  • Fotos/Pläne: © Wehdorn Architekten

Projekt: Schloss Trautmannsdorf

Ein Biedermeierschloss als Hotel – ein Schlosspark als Poloplatz

Schloss Trautmannsdorf, eine halbe Autostunde östlich von Wien, zählt zu den aus kunsthistorischer Sicht wertvollsten Schlossanlagen des Klassizismus in Österreich. Das Gebäude wurde urkundlich 1292 genannt, im Zuge der ersten Türkenbelagerung 1529 aber weitestgehend zerstört. Dennoch umschließt das Schloss in seinem Kern noch Baureste, die bis in das 16. Jahrhundert zurückgehen. Seit maria-theresianischer Zeit befand sich die Anlage im Besitz der Familie Batthyány-Strattmann. Philipp Batthyány war es auch, dem das Schloss seine heutige Gestalt durch einen großen Um- und Ausbau in den Jahren 1812 –1817 verdankt; als Architekt zeichnete vermutlich der bedeutende Baukünstler Josef Kornhäusl verantwortlich.
Das Schloss liegt in einem großen Parkareal, von altem Baumbestand umgeben. Im Grundriss bildet das Gebäude eine U-Form mit dreigeschoßigem Haupttrakt, die beiden Seitenarme sind zwei Geschoße hoch. Die Achse des Gebäudes ist durch einen großen, auf Säulen ruhenden Balkon betont.
Am Ende des linken Seitenflügels liegt die mit einer Kuppel abgeschlossene und mit reichem Dekor ausgestattete Kapelle, die dem heiligen Bartholomäus geweiht ist. Im ersten Stock, im Mitteltrakt, findet sich der sogenannte Rittersaal mit romantischen Wandmalereien. Trotz des sehr schlechten Bauzustandes – im Inneren sind zahlreiche Decken eingestürzt und mussten gepölzt werden – vermag die Schlossanlage noch heute den Beschauer mit dem Charme des Biedermeiers zu beeindrucken.
Das Projekt sieht die Nutzung der Schlossanlage als Zentrum eines medizinischen SPAs in einer fünf Sterne Qualität vor. Zur Realisierung musste der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan in einem mehrstufigen und komplizierten Verfahren entwickelt und mit den Behörden, nicht zuletzt in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, abgeändert werden. Die notwendigen Neubauten, setzen sich in einer vegetabilen Formensprache vom historischen Bestand ab und sind durch eine reiche Begrünung gekennzeichnet.
Ziel des Projektes ist es, eine ökologisch dem letzten Stand entsprechende Anlage zu schaffen, innerhalb der auch die Präsentation der erwartenden archäologischen Funde im Sinne einer Unique Selling Proposition (USP) ihren Stellenwert haben wird.