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Spanische Hofreitschule

Spanische Hofreitschule

Daten

  • Bauzeit: Juli bis September 2018
  • Leistungsumfang: Generalplaner inkl. örtlicher Bauaufsicht
  • Bauherren: Spanische Hofreitschule
  • Projektarchitekt: Karl Kröpfl
  • Fotos/Pläne: Clemens Holleis, ©Wehdorn Architekten

Projekt: Spanische Hofreitschule

Die Vorstellungen der Lipizzaner in der historischen Winterreitschule der Hofburg zählen zu einem „must“ jedes Wienbesuchs. Seit Dezember 2015 steht die Tradition der Klassischen Reitkunst der Spanischen Hofreitschule auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

Der weltweite Bekanntheitsgrad der Lipizzaner führt dazu, dass die Vorstellungen in der nicht weniger bekannten Winterreitschule stets ausverkauft sind. Vielen Ticketanfragen kann nicht nachgekommen werden. Das gegenständliche Projekt verfolgt in diesem Sinn zwei Zielstellungen:
Einerseits soll die Anzahl der Besucherplätze vergrößert werden, andererseits besteht der Wunsch, die Veranstaltungen von einem kleinen Orchester oder den Wiener Sängerknaben zu begleiten, um die Attraktivität der Vorstellung einem zeitgemäßen, internationalen Standard anzupassen.
Die Problemstellung ergibt sich aus dem begrenzten Raum der barocken Winterreitschule, die – 1729 bis 1734 errichtet – zu einem der Hauptwerke von Emanuel Fischer von Erlach zählt, also ebenfalls ein Kulturgut von unersetzlichem Wert darstellt, in dem jede Intervention wohl überlegt sein muss.
In Verfolgung dieser Zielstellung ergeben sich zwei bauliche Eingriffe:
1. Die Errichtung einer neuen Besuchergalerie mit 104 Plätzen über den im Parterre bereits bestehenden, der Kaiserloge vorgelagerten Sitzreihen, also dort, wo es bereits Eingriffe in das historische Erscheinungsbild der Winterreitschule gibt.
2. Den Einbau einer kleinen, der Kaiserloge gegenüber liegenden Musikergalerie über dem Eingang zur Winterreitschule, durch welchen auch die Lipizzaner einreiten.
Die Minimierung der baulichen Interventionen ist eine der Grundvoraussetzungen der Planung. Im Prinzip handelt es sich um holzverkleidete Stahlkonstruktionen, welche die Farbgebung der umgebenden Balustraden und Säulen aufnehmen. Die große Besuchergalerie ruht, um eine möglichst grazile Konstruktion zu erreichen, auf zwei Säulen auf; die kleine Musikergalerie kann unmittelbar in den bestehenden Umgang des ersten Ranges eingespannt werden. Aus der Sicht der Denkmalpflege wurde bewusst eine bescheidene Lösung angestrebt, die sich harmonisch in das historische Erscheinungsbild einfügt und die Reversibilität aller Einbauten gewährleistet.